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Markus Lukasson
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Wir haben hunderte Stunden an Keynotes und Panel-Diskussionen zu Field Service und Aftersales ausgewertet. Das Ergebnis: die zehn Trends und Herausforderungen, die die Branche 2026 formen werden.
Die harte Wahrheit für 2026 ist einfach: Ohne saubere Daten sind fast alle anderen Punkte dieser Liste nicht umsetzbar. Wer KI einsetzen, Teileidentifikation automatisieren oder Predictive Maintenance starten will, bekommt mit schlechten Daten nur schlechte Ergebnisse. Garbage in = Garbage out.<br><br>2026 müssen Unternehmen ihre fragmentierten Datenbestände aus ERP, CRM und PLM Systemen konsolidieren. Die wichtigste Aufgabe ist Master Data Harmonization: eine einzige, verlässliche Datenquelle schaffen. Wer dieses Fundament nicht legt, kann weder Teams verbinden noch Prozesse automatisieren noch Innovationen skalieren.
Die Frage ist nicht mehr "Was kann KI alles?" sondern "Was löst KI heute konkret?" Die Antwort: administrative Aufgaben und Wissensvermittlung. Keine Roboter-Revolution, sondern praktische Werkzeuge, die Einsatzplanung automatisieren, Berichte vereinfachen und das Wissen erfahrener Mitarbeiter für neue Kollegen zugänglich machen.<br>Die eigentliche Herausforderung ist die Umsetzung. Ohne klaren Plan scheitern KI-Projekte, oder sie verstärken das Datenproblem noch weiter.
Einfache Suchmasken und statische Kataloge reichen nicht mehr. Der neue Standard für 2026 ist Agentic Search: ein digitaler Fachexperte, der jeden Techniker gezielt zur richtigen Lösung führt.<br>Heute verlieren Service-Teams Zeit, weil Techniker fünf Ersatzteile auf Verdacht bestellen oder stundenlang Kollegen anrufen, weil ihnen das spezifische Wissen zur Teileidentifikation fehlt.<br>Der neue Ansatz kombiniert drei Ebenen: Visual AI (ein Foto des Bauteils genügt), Kontext (Asset-Historie, CAD und Stückliste) und Fachwissen (direkte Antworten aus technischen Handbüchern). So entsteht ein automatischer, geführter Dialog bis zur exakten Lösung.
Durch die Kombination von visueller KI (Aufnahme eines Fotos des Teils) mit Kontext (Kenntnis der Anlagenhistorie, CAD und Stückliste) und Expertenwissen (Abruf von Antworten direkt aus technischen Handbüchern) führen diese Agenten den Benutzer zur präzisen Lösung. Wir bewegen uns weg von der einmaligen Suche hin zu KI-Suchassistenten, die den Benutzer so lange führen, bis das genau benötigte Teil identifiziert ist.
Der Wechsel vom Produkt- zum Outcome-Verkauf (Servitization) entwickelt sich weiter zu einer ernsthaften Platform Economy. Eine digitale Lösung zu launchen reicht nicht mehr. Jede neue Plattform, ob für IoT oder Kundenportale, muss heute zwei Hürden bestehen: "Proof of Customer Value" und "Proof of Monetization". Erst dann wird skaliert.<br>Das Ziel ist der Wechsel von Capex-Verträgen (Hardware kaufen) zu Opex-Modellen (Verfügbarkeit bezahlen). Aber nur, wenn der ROI klar belegt ist.
Der "Amazon-Effekt" ist in der OEM-Welt angekommen. B2B-Kunden erwarten heute dieselbe Benutzerfreundlichkeit wie im Privatleben: optimierte Interfaces, schnelle Suche, Echtzeit-Tracking und Self-Service. Einen Techniker wie einen Uber-Fahrer verfolgen oder mit einem Chatbot interagieren, das ist für viele heute selbstverständlich.<br>Die Herausforderung für 2026: veraltete Backend-Systeme so aufrüsten, dass Service-Plattformen so einfach zu bedienen sind wie ein Smartphone.
Predictive Maintenance gilt als Königsdisziplin, aber die Branche wird realistischer. Das konkrete Ziel heißt "On-Condition" Maintenance: nur dann eingreifen, wenn Daten eine bevorstehende Störung anzeigen, statt starren Wartungsintervallen zu folgen.<br>Der Erfolg hängt an zwei Faktoren: Kunden müssen den Daten genug vertrauen, um für Verfügbarkeit statt Stunden zu bezahlen. Und ältere Maschinen müssen auf neuen Wegen angebunden oder überwacht werden.
Die Branche steckt in einer doppelten Krise. Erfahrene Ingenieure gehen in Rente und nehmen ihr Wissen mit. Gleichzeitig fällt es schwer, jüngere Talente zu gewinnen, die Field Service als attraktive Arbeit wahrnehmen.<br>Die Antwort sind hybride Arbeitsmodelle: Remote-Lösungen, die bis zu 70 Prozent der Fälle ohne Vor-Ort-Einsatz klären können. Gleichzeitig arbeiten Unternehmen daran, das Berufsbild neu zu positionieren um Recruiting diversifizieren zu können.
Globale Krisen haben gezeigt, wie anfällig reine Effizienzlogistik ist. Die neue Strategie heißt "Just-in-Case": höhere Sicherheitsbestände, Nearshoring in Regionen wie Osteuropa, um Unterbrechungen wie die Angriffe im Roten Meer abzufedern.<br>Service-Leiter erkennen: SLAs lassen sich nicht einhalten, wenn die Supply Chain Störungen erst bemerkt, nachdem Teile fehlen. Vorausschauendes Risikomanagement wird zur Pflicht.
Was als regulatorische Anforderung begann, wird zur Datenstrategie. Neue EU-Vorschriften schreiben Digital Product Passports vor: eine vollständige Dokumentation des Produktlebenszyklus, von Rohmaterialien bis zur Reparaturhistorie.<br>Das DPP wird zum Schlüssel für die Circular Economy. Hersteller können damit schneller und datenbasiert entscheiden, ob ein Asset am Lebensende recycelt, aufbereitet oder repariert werden soll.
Nachhaltigkeit ist kein "Nice-to-Have" mehr. Sie ist eine harte kommerzielle Anforderung und ein Wettbewerbsvorteil in Ausschreibungen. Kunden fordern Nachweise: Energieeffizienz, Abfallreduktion, längere Asset-Lebenszyklen.<br>Das Service-Denken und Nachhaltigkeit verschmelzen. Eine Maschine länger am Laufen zu halten, ist die wirkungsvollste Maßnahme überhaupt.
Wer seine Stammdaten für die KI-Ära aufbereiten und seinen Technikern Parts Intelligence auf B2C-Niveau bereitstellen will, dem können wir helfen.
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